… sind die Gedanken, die sich unentwegt ansammeln und deren Masse immer weiter anwächst, bis sie ein Wort formen oder als kleine Krümel in der Nase enden, die dazu verdammt sind, ausgeschneuzt zu werden.
So… nach längerer Pause komme ich endlich wieder dazu, einen Eintrag einzutragen.
Ich bin in Berlin und nun schon den dritten Tag in der Firma. Die Leute sind nett, das Klima ist gut und das Toilettenpapier ist weich. Das mit dem Toilettenpapier muss ich vielleicht kurz erklären: Ich habe auch schon einmal mit Kumpel Frank darüber gesprochen und er hat mich für verrückt erklärt, aber nun gut, ich erzähle es trotzdem: Ich habe für mich einen unumstößlichen Indikator dafür, wie sehr einem Arbeitgeber das Wohlergehen seiner Mitarbeiter am Herzen liegt. Der Härtegrad des Toilettenpapiers. Je härter und billiger es ist, desto weniger schert sich der Arbeitgeber um die Untergebenen. Es geht also von dem grauen recycelten Sandpapier bis zur 4lagigen Watterolle mit Rosenduft. (Letzteres hatte ich nur bei meiner Oma mal gesehen).
Langer Rede - kurzer Sinn: Hier bei www.betreut.de kommen einige Lagen zusammen. Nebenbei erwähnt, hätte ich nie gedacht, dass ich einmal für eine Firma arbeiten würde, die die Comic Sans im Logo hat… aber das ist nur ein Insider für Grafiker, also weiter im Text.
Ich bin noch nicht in meine Wohnung eingezogen, da diese noch eine Baustelle ist. Vor 3 Wochen wurde erst der Estrich gelegt und von Bodenbelag, Wänden oder Decke möchte ich gar nicht erst zu sprechen anfangen. Derweil nächtige ich zwei Stockwerke höher in einer ebenfalls renovierfähigen Wohnung. Ich lebe mehr oder weniger aus meinen Umzugskartons. Der einzige Luxus, den ich habe, ist fließend Wasser. Kein Kühlschrank, keine Spüle. Das kommt dann für die hoffentlich bald renovierte Wohnung alles von IKEA. Ach ja, Telefon gibt es auch noch nicht, ich informiere mich aber gerade bei Alice über die Tarife. Außerdem habe ich mal bei meiner Hausmitbewohnerin nachgefragt, ob ich ihren Internetzugang mitbenutzen darf. Heute oder morgen kommt der nächstdörfliche Internetdoktor vorbei und wird WLAN zaubern. Hoffentlich!
Ich muss im Moment neben der Arbeit noch so viele dinge organisieren, dass ich nicht mehr viel Energie übrig habe, Euch allen zu schreiben und Lebenszeichen in die Welt abzufeuern, aber das wird sich auch noch ändern… bis dahin Euch alles Gute!
Ich habe eine Wohnung gefunden. Ich mag es fast selbst gar nicht glauben und so richtig freuen werde ich mich auch erst, wenn ich mit allen meinen Sachen drin bin, aber der Grundstein ist gelegt. Eine schnuckelige kleine Wohnung grad außerhalb von Berlin. Ca. 40 Minuten in die Innenstadt, was wirklich nicht schlecht ist. Die Miete ist auch okay. Das beste an der Wohnung ist allerdings, dass sie fast genau am Waldrand liegt. Das heisst, ich kann schön im Wald joggen gehen und die kleinen Haarmonster können auch raus. Keine riesige Verkehrsstraße. Friede, Freude, Sonnenschein.
Der Haken an der Sache ist, dass die Wohnung noch generalüberholt werden muss, da die Vormieter mit zwei Tigern zusammengewohnt zu haben scheinen. Sämtliche (!) Wände der Wohnung waren von Katzen klauen zerfetzt. Das heisst, erstmal neue Tapete und neuer Boden rein. Ich hoffe mal, die fleissigen Handwerker schaffen das bis zum 02. August. Da ziehe ich nämlich um. Zumindest habe ich das vor. Der zweite kleinere Haken besteht in der nicht vorhandenen Küchenzeile. Da wird Herr IKEA aber sicherlich etwas passendes für mich parat haben. Mr. Ebay ist ja zur Not auch noch da…
Ab morgen geht es erstmal zurück nach good old Hildesheim zur Hochzeit von Tobias Marquardt, einem alten Schulekollegen. Ist schon seltsam, dass so viele Leute heiraten. Ist das am Ende ein Anzeichen dafür, dass ich älter werde…
Da muss ich doch mal den letzten Eintrag überbieten. Ich bin seit Donnerstag letzter Woche in unserer schönen Hauptstadt. Berlin - für alle, die überlegt haben. Berlin ist eine sehr interessante Stadt. Wo ich bei Hamburg sagen musste, es ist eine schöne Stadt, ist Berlin von Straßenzug zu Straßenzug so verschieden, dass mir das Wort nicht als passend erscheint. Was mir sofort aufgefallen ist, ist die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen hier. Nach einer Stunde verzweifelter Parkplatzsuche bekam ich ein “Da hinterm Banhof, da kannste prima parken” von einem echten Berliner. Naja, ich habe denn dort auch prima geparkt, ist nämlich wirlich alles umsonst. Prima. Ich habe mir in den vergangenen Tagen einige Stadtteile angeschaut, bin aber immer noch unentschlossen, wo es genau hingehen soll. Eine Bedingung ist, dass ich meine beiden Katzen rauslassen kann. Sie sollen endlich auch einen Duft von Freiheit geniessen können. Über meine alternative Wohnmöglichkeit schreibe ich am besten erstmal nix, da bin ich selber zu gespannt.
Ansonsten hat mich meine Studienkollegin (2. Studium Medienwirtschaft in Wiesbaden) Julia sehr gut unterhalten. Wir haben uns das klägliche Ende unserer Jungs in der EM angeschaut und waren schon Cocktails trinken im Zeitlos. So langsam finde ich mich auch ohne Karte in der Stadt zurecht und habe auch das Liniennetz der Öffis durchschaut. Im Vergleich zu Frankfurt wirklich ein Klacks. Heute Nacht werde ich noch die Ottomane meiner Schwester besetzen und morgen früh Richtung Wiesbaden aufbrechen. Bei angesagten 30 Grad (im Schatten) wird die Autofahrt sicherlich toll. Bis denne.
Wo ich mich gerade rumtreibe? Richtig! In Hamburg. Ich besuche hier meinen zweieiigen Zwillingsbruder Clemens. Da er von seiner Agentur gezwungen wird, unter der Woche zu arbeiten, schlendere ich gemächlich durch die Innenstadt und lümmel mich von Café zu Café. Im Moment bin ich im „Rosso” untergekommen und … habe WLAN. Das ist in Hamburg erstaunlicherweise gar nicht so einfach wie man sich vielleicht vorstellen mag. Aber nun gut, ich möchte nicht meckern. Hamburg ist toll. Das Wetter schwankt zwischen Sturm, Sonne und Regen, aber es schlägt witzigerweise nicht auf´s Gemüt. Die Menschen sind nordisch kühl und ich muss wie ein Tourist wirken, wenn ich lächelnd Verkäufern noch einen schönen Tag wünsche. Am Mittwoch schauen wir uns erst einmal das Fußballspiel Deutschland Türkei an. Clemens hat zwar ein wenig Angst, dass wir in eine Prügelei geraten, aber ich kann ihn immer nur beruhigen und sagen, dass ich Mitglied im Fight Club bin. Ich hole ihn dann da raus. So… muss bald schon wieder los. Clemens hat gleich Mittagspause und die will ich ihn nicht alleine verbringen lassen.
Immer wenn ich mich in Phasen der Veränderung befinde, schaue ich mir die komplette Staffel der SciFi-Serie Babylon 5 an. Dies habe ich aus der letzten DVD herausgeschrieben. Es erschien mir passend:
„Jahre werde kommen, in denen Du dich weit weg von zu Hause befindest. Du wirst vielleicht nicht mehr sicher sein, wo Du hingehörst. Aber das Zuhause ist überall. Es ist an keinen Ort gebunden. Du bist dort zu Hause, wo Dich dein Gefühl hingeführt hat. Im Laufe deines Lebens wirst Du Freunde verlieren und neue gewinnen. Dieser Prozess ist schmerzhaft, aber häufig einfach notwendig. Der Kreis der Freunde ändert sich, Du änderst Dich, das Leben ändert sich. Irgendwann ist jeder gezwungen, einen eigenen neuen Weg zu finden und dieser Weg ist vielleicht nicht Deiner. Akzeptiere die Freunde so wie sie sind und behalte sie immer in guter Erinnerung.
Die Dinge werden sich früher oder später immer zum Guten wenden. Es gibt schlimme Phasen im Leben. Wir leiden, wir verlieren das, was wir lieben. Der Lebensweg ist niemals leicht und das hat auch nie jemand behauptet. Aber auf lange Sicht, wenn man dem, an was man glaubt, treu bleibt, endet alles gut.”
es gibt etwas Neues in Bennoland. Einige wird es überraschen, andere nicht verwundern, manche nicht interessieren: Ich werde Wiesbaden verlassen und mich aufmachen Richtung Berlin. Ja, das Wegweh hat mich gepackt und ich bald meine Sachen.
Meine Wohnung wird am 31. August leer stehen und nur noch Echos meiner vergangenen Worte beherbergen - und natürlich Katzenhaare - die werden noch jahrelang bleiben.
Eine neue Wohnung habe ich noch nicht, wenn also jemand von Euch etwas hört… ideal wäre im Grünen mit viel Auslauf für Cleo und Emma. Umzugskartons nehme ich Euch auch gerne ab, so ihr denn welche habt.
Der Termin für den Umzug steht ebenfalls noch nicht fest, haltet Euch also bitte die nächsten drei Monate komplett frei!
Sodele, bis auf Weiteres Standby-Modus einschalten und die nächste Sendung nicht verpassen.
PS: Kleiner Nachtrag. Clemens hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die beiden Chinesen und Thomas auch noch hierbleiben. Also, die Katzenhaare, Thomas und die Chinesen. Nur für´s Übergabeprotokoll.
Hatte ganz vergessen, dass da noch das Ende offen ist. Also, der letzte Stand war ja, dass ich beim Arzt war und er mir das Ergebnis der nächtlichen Untersuchung mitgeteilt hat. Und jetzt haltet Euch fest, hier kommt das Ergebnis:
„Ihr Schnarchen ist nicht bedenklich! Ich sehe keinen Grund, etwas zu unternehmen.”
Hurra, sage ich da. Der einzige Tipp, den er mir auf meine Nachfragen geben konnte, war, dass ich mir einen Tennisball in den Schlafanzug einnähen solle. Ganz abgesehen davon, dass ich Nacktschläfer bin, bin ich ab heute wieder ein Anhänger von Großmütterchens Hausmitteln. Den Tipp hatte ich schon vor über zehn Jahren gehört. Es ist erstaunlich, welche Fortschritte die Medizin in der Zeit gemacht hat.
Naja, was soll´s?! Dann besorge ich mir mal so einen Umschnallgurt (die gibt es nämlich schon fertig im Sanitätshaus), der mich nachts immer auf die Seite kippen lässt und vergesse die ganze Aktion.
Ach, da fällt mir ein, zumindest habe ich einen neuen Allergiepass bekommen. Damit ich jetzt schriftlich habe, was ich eh schon wusste… puh…
Heute in der Stadt ist mir der Satz „Jeder ist seines Glückes Schmied” plötzlich durch den Kopf gegangen. Wie genau ich darauf gekommen bin, weiss ich nicht mehr. Doch ich musste lange darüber nachdenken.
Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. So die richtige Form. Das bedeutet sehr viel. Es ist nicht der Glückes Weber oder der Glückes Fischer. Es ist das Bild des Schmiedes. Das eigene Glück muss mit dem Feuer der Leidenschaft entfacht werden und wird mit der Härte von Wille und Disziplin geformt. Die eigenen Talente und Vorstellungen stellen das Rohmaterial dar. Dieses muss unter Schweiss zu etwas Brauchbarem und/oder Schönen geformt werden.
Es muss allerdings im Vorfeld klar sein, welche Form das (Meister)werk annehmen soll. Wir sind keine modernen Lebenskünstler, die spontan aus einem Klumpen Ton irgendetwas formen und es teuer verkaufen. Ein Klumpen Metall würde kein Schmied an den Käufer bringen. Der Schmied hat vor Beginn seiner Arbeit ein Ziel. Vielleicht möchte er einen Pflug oder einem Kerzenständer herstellen? Beides Dinge erfordern unterschiedliche Materialien und Vorgehensweisen. Es muss einen Plan und ein Ziel geben.
Das eigene Glück kann nicht erreicht werden durch reine Leidenschaft, nicht nur durch die gegebenen Talente und Vorstellungen, auch Wille und Disziplin alleine werden kein Hufeisen ergeben. Erst die Kombination aller Teile, im richtigen Maß lassen Meisterliches entstehen.
Zum Thema Geduld werde ich bei Gelegenheit noch etwas schreiben …
Bitte macht einmal diesen Test, den meine Freundin Tabea mir geschickt hat.
Lest bitte erst danach weiter.
Ich habe ihn ebenfalls nicht gesehen. Und dabei habe ich wie gebannt auf diesen Film gesehen, um ja nichts zu verpassen. Ich habe - wahrscheinlich genau wie Du - meine volle Aufmerksamkeit auf die Spieler im weißen Trikot gerichtet. Alles andere war ausgeblendet. Ich hatte den Tunnelblick. Weißes Trikot, der Ball, Zählen, nichts anderes zählt. Selbst die Menschen waren nicht wichtig, auch nicht ihre Bewegungen. Daher ist mir ein Bär, der zudem noch moonwalked, nicht aufgefallen. Ich glaube dieser Film ist ein sehr schönes Bild für unser tägliches Verhalten. Wir sind so sehr mit uns selbst beschäftigt, mit unseren Ängsten, mit unseren Sorgen, „Ich muss noch Milch kaufen”, „Mein Magen tut weh”, „Ich brauche einen anderen Job”, dass wir unfähig sind, andere Menschen überhaupt wahrzunehmen. Das mag vielleicht auch eine Erklärung sein für die „Zombies im Kaufhaus”. Wenn jeder an sich denkt, mag an jeden gedacht sein, doch ich glaube jeder hat die Wahl und kann selbst entscheiden, wie er leben möchte. Dazu fällt mir eine kleine Geschichte ein, die ich irgendwo gelesen habe:
Ein Mann ist gestorben und wird von einem Engel in Richtung Himmel mitgenommen. Auf ihrem Weg kommen sie in einem großen Saal vorbei. Dort sitzen einige Menschen an einem Tisch und vor jedem steht ein Teller mit Suppe. Jeder von ihnen hat einen sehr langen Löffel in der Hand und niemand von ihnen schafft es, sich etwas Suppe damit in den Mund zu befördern. Der Löffel ist einfach zu lang. Sie sind alle sehr missmutig und verzweifelt. „Das ist die Hölle”, sagt der Engel. Ein paar Treppenstufen rauf und sie kommen in einen weiteren Saal. Dort sitzen wieder einige Menschen an einem Tisch mit Suppenschüsseln vor sich. Sie haben ebenfalls sehr lange Löffel in der Hand, doch sie lachen, unterhalten sich und … füttern sich gegenseitig, indem sie ihren Löffel ihren Nachbarn und Gegenübern zum Mund führen. „Und das ist der Himmel”, schließt der Engel…
Immer wenn ich durch die Stadt gehe, fällt mir auf, dass meine lieben Mitbürger selten mit offenen Augen die Fußgängerzone erkunden. Die meisten haben den Blick gesenkt, beschwert mit Einkaufstaschen leicht nach vorne gebeugt, hasten sie von A nach B, ohne sich des Weges und der Menschen, unter denen sie sich bewegen, gewahr zu sein. Mein Freund Norbert, dem das auch schon aufgefallen ist, hat gemeint, die Stadt wäre voller Zombies. Wikipedia sagt folgendes zu Zombies: Als Zombie wird die fiktive Figur eines zum Leben erweckten Toten (Untoter) oder eines seiner Seele beraubten, willenlosen Wesens bezeichnet. Der Begriff leitet sich von dem Wort Zumbi aus einer zentralafrikanischen Sprache ab und bezeichnet dort ursprünglich einen Totengeist.
Sind die Menschen, die dort in der Wiesbadener Innenstadt wandeln, tatsächlich ihrer Seele beraubt. Lebende Tote mit Einkaufstüten und Gesichtsstarre?! Ich weiss es nicht, aber tatsächlich freut es mich jedes Mal, wenn ich unter der Masse der Willenlosen ein paar leuchtende Augen entdecke, die meinen Blick auffangen.